12.05.24
Stilkunde: Maria Theresia Kronleuchter
Stilkunde – Maria Theresia Kronleuchter
Um 1730 wurden die ersten sogenannten Maria Theresia Lüster gefertigt. Bis heute wird diese Bezeichnung für eine der berühmtesten Kronleuchterarten verwendet.
Der Maria Theresia Kronleuchter hat seinen Ursprung in Böhmen und wurde von dort vor allem nach Wien geliefert – an den Hof der Kaiserin Maria Theresia, nach der er auch benannt wurde.
Ursprung und Bezeichnung
Wie aus den Archivunterlagen der Bundes-Mobilien-Verwaltung in Wien hervorgeht, bezieht sich die Bezeichnung „Maria Theresia Lüster“ ausschließlich auf Leuchtertypen, die während der Regentschaft der Kaiserin in Appartements mit Barock- und Rokokomöbeln verwendet wurden. Mit der Kaiserin selbst hat der Name jedoch nichts zu tun.
In Wien wird für diese Leuchterform auch gerne der Begriff „Schönbrunner-Luster“ gebraucht. Gemeint ist jedoch dieselbe Form, die sich Mitte des 18. Jahrhunderts in Nordböhmen entwickelte – als Weiterführung der venezianischen Glaslüster.
Aufbau und Handwerk
Das Gestell eines Maria Theresia Leuchters besteht traditionell aus handgeschmiedetem Flacheisen. Schon im 18. Jahrhundert wurde es vom Schlosser (damals „Eisengürtler“ genannt) gebogen, geschweißt, gebohrt, gefeilt, geschliffen, präzise ausgerichtet und verschraubt.
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Früher wurden die Gestelle feuervergoldet oder verzinnt.
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Heute sind sie rostschützend vorbehandelt, goldfarbig gespritzt, echt blattvergoldet oder galvanisch 24-Karat vergoldet.
Ein wesentliches Merkmal dieser Lüster sind die mit Glasleisten belegten Flacheisengestelle. Die Verbindungsstellen werden mit Glasrosetten verdeckt, sodass das Metall fast unsichtbar bleibt. Arme und Verstrebungen wirken dadurch, als seien sie vollständig aus Glas gefertigt. Die durchschimmernde Goldfarbe des Metalls verleiht dem Leuchter zusätzlich einen warmen, edlen Lichtton.
Charakteristische Details
Neben den verglasten Gestellen sind auch die übrigen Glasteile von höchster Qualität:
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handgeschliffene Kerzenlichtschalen
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fein gearbeitete Mittelvasen
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kunstvolle Glasornamente
Diese Elemente machen den Maria Theresia Kronleuchter bis heute zum Sinnbild barocker Eleganz und böhmischer Handwerkskunst.
Quellen und Familientradition
Ausführlich beschrieben ist die Geschichte der Maria Theresia Lüster in dem Buch von Dr. Gerd Hickisch: „Christoph Palme – Kristallkronleuchter seit 1724. Über 250 Jahre.“ Dieses Werk, verfasst vom langjährigen Inhaber unseres Familienunternehmens, dokumentiert nicht nur die Entstehung und Entwicklung dieser berühmten Kronleuchter, sondern auch die einzigartige Tradition unserer Manufaktur.